Angst vor der Außenwelt

Heute feiert ein Freund von mir seinen Geburtstag und ich freue mich schon seit langem darauf und doch lässt mich nun die Angst zittern.
Es fiele mir leichter mit ihr umzugehen, würde ich bloß wissen, wo ihr Ursprung liegt, weshalb sie mich lähmt und mir Tränen in die Augen steigen lässt.
Ich freue mich mit meinen Freunden zu feiern, ich finde mich heute wunderschön, eine Empfindung, die ich in letzter Zeit viel zu selten hatte, ich freue mich ihm sein Geschenk zu überreichen, auf die seinerseits versprochene Überraschung und dennoch, sitze ich scheinbar grundlos in mir selbst versunken, von mir gefesselt.

 

eure Kim

3.6.17 14:05, kommentieren

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Vom Verlieren und Loslassen

Oftmals, wenn ich mich in meiner Umgebung umsah, realisierte ich, wie sehr sie sich innerhalb eines Zeitraumes gewandelt hatte.
Das Möbiliar war weggeworfen und durch anderes ersetzt worden; das Decour darauf eingestaubt in Schubladen oder längst zerbrochen in der Tonne; Die Kleidung nicht mehr weit und blumig, viel zu eng und schwarz oder eine vollkommene Dissonanz der Farben; Die Wand anders gestrichen und obgleich sich alles änderte, hingen die Selben Fotos an ihr, die selben Personen lächelten mich seit Jahren an ohne dass sie noch ein Teil meines Lebens waren.
Die Erinnerungen an sie, waren in Schubladen gesperrt und dennoch erreichten sie mich vor kurzer Zeit.

Verlust oder Loslassen?
Obwohl die daraus resultierende Konsequenz, des 'nicht-mehr-vorhanden-seins', in beiden Fällen dieselbe ist, erlebte ich den Unterschied, bemerkte ihn vielleicht zum ersten mal. Denn obwohl ich die Wandlungen akzeptierte, verabschiedete ich mich nicht, ließ nicht los und versuchte kläglich, die vergangene Wirklichkeit in die Gegenwart zu ziehen.
Mein Blick änderte sich nicht, blieb gen Vergangenheit gerichtet um festzuhalten, was einmal gewesen war und wie viel ich verloren hatte.
Jedoch hatte ich nichts verloren, mein Leben war lediglich im Begriff sich zu wandeln und das Loslassen der Vergangenheit ist der Schritt, der die Stagnation beendet, der mich fortschreiten lässt.
Die Fotos, das Lächeln zerissen und eine weiße Wand hinterlassend, frei für die Gegenwart.

Eure Kim

1 Kommentar 17.11.16 22:30, kommentieren

Von Erinnerungen und Sammlungen

Erinnerungen an Vergangenem sind in meinem Leben gerade allgegenwärtig..
Manchmal sind es Worte oder Personen, die einem dazu bringen, an längst Vergessenes zu denken, doch manchmal reicht ein Duft und manchmal ist es das Licht, welches gerade in einem bestimmten Winkel fällt...
Mein Zimmer ist groß und hat sich mit den Jahren sehr gewandelt. Die Möbel sind andere, die Fotos, das Decour.. jedoch sind die Schubladen, die Kisten und Kästchen gefüllt mit Erinnerungen an Vergangenem.. Sie scheinen an manchen Tagen überzuquillen, mir entgegen zu schreien.
Dutzende Briefe, bereits zerlesen, wollen noch einmal in die Hand genommen werden.. nocheinmal mein tränenübersähtes Gesicht erblicken, obwohl sie mich an anderen Tagen zum Lachen, zum Träumen bringen, möchte ich sie letztendlich verbrennen..
Lodern sehen, was hinter mir liegt.
All diese Sammlungen von Erinnerungen sind ein Teil von mir, der auch dann noch weiterbestehen wird.. an den ich mich auch dann noch erinnern werde.
Es bringt nichts und dieses Wissen deprimiert mich, ich fühle mich erdrückt, wie von einer aufdringlichen Person, die einfach nicht versteht, dass man Abstand wahren möchte.

12.10.16 18:20, kommentieren

Von Spielplätzen, Romeo und Anime

Es ist, so denke ich, mal wieder an der Zeit etwas von mir hören zu lassen.
Viel ist geschehen in der Zeit in der ich nicht schrieb und doch möchte ich diesen Abend mit euch teilen.

Ein kleines Grüppchen traf sich, wie jede Woche, am Spielplatz um gemeinsam Musik zu hören, zu trinken, zu reden, einfach um zusammen Zeit zu verbringen.
Den gesamten Tag hatte ich gute Laune gehabt und mit den ersten Takten began ich genauso wie die anderen in den aufsteigenden Abendhimmel zu tanzen. Wir lachten, tanzten miteinander und für uns allein in großen Kreisen.
Bis meine Stimmung begann zu wirbeln, zu wanken und dann vollständig hinab schwand. Ich setze mich um nur wenig später in einer Umarmung wiederzufinden. 'Was ist los?' fragte, die mir vertraute Stimme sachte. 'Einfach ein kleines Tief.' antworte ich, als auch schon die nächsten Arme um mich legte. 'Na, was los?' fragte eine weitere Stimme. ' Kleines Tief. ' antwortete die andere für mich. Ich wurde gekitzelt und entzog mich. Kletterte das Klettergerüst hoch, legte mich auf die quadratische Fläche und spürte den leichten Regen auf meiner erhitzten Haut.
'Oh Julia!' ertönte es hinter mir, wieder die vertraute Stimme mit einer noch beinahe Fremden.. es folgte der vollständige Text Romeos, der meine Kinnlade hinunterklappten ließ.
Wir endeten in einem bizarren durcheinander von vier Personen, viel zu vielen Armen und Beinen, Gesprächen und einem meinerseits halbherzigen Lachen..
Wir kletterten hinab und zerstreuten uns unter den anderen.
Wieso war ich nicht mehr so froh, wie vorhin und wieso bedrückten mich die letzten Minuten mehr, als die vorigen, wo ich noch allein auf der Bank gesessen hatte?
'Hey.. irgendwie reden wir nie in der Schule.' ertönte es rechts von mir.
'Ja, da hast du irgendwie recht..'
'Du schaust doch Anime, kennst du schon Angel Beats?' er hatte mich.
Ich entbrannte in bereits in wilden Emotionen und began leidenschaftlich zu reden und zuzuhören. Wir beganen zu reden und hörten einfach nicht mehr auf, sprangen von einem zum anderen Thema und endeten abseits der Gruppe halb im Sand sitzend mit einer Flasche Feigling, die wir uns gegenseitig reichten und lachten uns die Seele aus dem Leib, weil ich etwas witziges gesagt hatte, lachte er so ehrlich und so witzig, dass auch ich nicht aufhören konnte.
Alle sammelten sich um uns, wollten die Erfahrung teilen, doch es wurde unsere, keiner von uns brachte mehr als ein Wort heraus ohne den Rest in einem weiteren Lachschwall zu ersticken, so dass wir wieder für uns saßen und lachten.
Ich war wieder froh, mehr noch, ich war glücklich.
Wieso vermochte er mich aufzumuntern, aber kein anderer, fragte ich mich später. Er war der einzige, der mich mit seinen Worten, statt mit seinen Händen berührte, dem es daran lag mit mir zu sprechen, mich zu unterhalten, statt mir zu helfen.. und es eben dadurch tat.


6.10.16 21:27, kommentieren

Vom Unglück des Glücks 2

So saßen wir zu viert auf den Bierbänken. Mir gegenüber meine ebenfalls immer noch bänder- und federlose Freundin, neben uns jeweils der Ex einer gemeinsamen Bekannten und dessen Kumpel.
Wir hielten alle einen viel zu stark gemischten Caipi in der den Händen und rauchten gemütlich, während wir uns alle miteinander unterhielten.
Die Sonne schien noch angenehm und der Alkohol hinterließ ein schummrig leichtes Gefühl in meinem Kopf, in mir.
Die Sonne sank und der Ex und ich gerieten in ein tiefes Gespräch, sodass wir die Plätze tauschten um uns gegenüber zu sitzen.
Er ließ mich reden, unterbrach mich nur gelegntlich um mich zu bitten, leiser zu sprechen und um mich zu fragen, wo ich die ganze Zeit nur gewesen wäre.
Als ich ihm von meinem Traum nach Paris zu Reisen erzählte, nahm er mir das Versprechen ab, sobald er ausgezahlt wurde mit ihm nach Paris zu fliegen.
Ich fühlte mich wohl und wollte doch lieber bei Jemand anderen zu Hause auf der Couch liegen und Serien schauen.
Trotz allem hatten wir viel Spaß, lachten und konnten es gar nicht fassen, als eine Freundin uns entdeckte und sich mit ihren Freunden zu uns setzte.
Unsere Gruppe wurde immer größer und größer und doch unterhielten der Ex und ich uns weiter. Nur dass der Mensch, der vor mir saß, kaum zudem passte, was die Bekannte mir erzählt hatte.. Es waren für mich zwei verschiedene Menschen.
Konnte der Abend noch schöner werden?
Der Kumpel mit dem ich mich zuvor auch unterhalten hatte setzte sich mir nun ebenfalls gegenüber, es ist schwer zu sagen, wer von uns am vollsten war, aber er hatte gute Chancen auf den ersten Platz.
Er nahm meine Gesicht zwischen seine Hände und zog mich zu ihm, fragte, was ich täte, würde er jetzt weitermachen... Fassungslos starrte ich ihn an und brachte irgendwie hervor, dass ich ihm eine scheuern würde.
Die bänder- und federlose Freundin sprach davon zu gehen und als ich mich das nächste Mal umsah, saß ich allein mit den beiden Typen dort.
Ich hatte auch noch nicht gehen wollen, wieso sollte ich einen so schönen Abend auch beenden wollen?
Nach einer kleinen Eskallation des Kumpels, nach der er einfach verschwand, besorgten wir uns eine Packung Kippen, fragte uns, was wir tun wollten.
Ich wollte nach Hause, es war dunkel und kalt, trotz seiner Jacke, die ich trug. Ich war betrunken und der nächste Morgen war schon nicht mehr fern.
Dennoch blieb ich, wieso einen bezaubernen Abend abbrechen, wo es doch am schönsten war?
Wir kauften Bier uns setzten uns an ein grünes Stück nahe einer Baustelle.
Unterhielten uns und mit jedem Wort was ich sagte, schien ich ihn mehr zu faszinieren. Irgendwann lehnten wir aneinander und sprachen in die Dunkelheit vor uns.. bis wir einander ansahen und er mich küsste..
Spürte ich da ein Kribbeln oder waren meine Lippen nur von der Kälte, dem Rauch und Alkohol halb taub?
Wir küssten uns weiter und weiter, bis aus dem Kuss mehr wurde und ich hervorplatzte, was mir geschehen war, ich nicht konnte, was er von mir wollte.
Ich spürte seine Hände, seine Finger, seine Lippen und ein Strudel aus heißen Wogen fluteten in meinem Kopf. Ich wollte lieber in anderen Armen eingekuschelt liegen, dort wo ich mich wohl und behaglich fühlte. Und dennoch hörte ich nicht auf, sagte nicht 'Nein', es fühlte sich schön an, aber nicht angenehm. Er hob mich hoch und wollte mit mir in die Dunkelheit verschwinden, in die wir zuvor noch gesehen hatten, als die Panik mich schlagartig übermahnte, ich machte mich los, nur um mich an ihm festzuhalten. Welchen Sinn hatte das? Ich wollte nicht in seinen Armen sein und trotzdessen krallte ich mich fest.
Er entschuldigte sich, nur um es fünf Minuten später wieder zu probieren. Wieder stieß ich ihn von mir.
Ich bat ihn zu gehen und obgleich er es nicht wollte brachte er mich zu Bahn, fuhr mit mir. Versichterte sich immer wieder, dass ich es nicht bereuen, ihn morgen nicht hassen würde.
'Ich möchte niemals etwas bereuen' war meine Antwort.
Bevor ich meine Augen am nächsten Morgen öffnete, hoffte ich inständig, dass all das nicht passiert war.
Doch meine Kleider lagen dort, wo ich sie meiner entledigt hatte und er war der letzte in meinem Chatverlauf.
Ich fühlte mich taub und niedergedrückt zugleich. Mir fiel es schwer das Geburtstagsgeschenk für meinen besten Freund fertigzustellen um es ihm am Nachmittag zu überreichen. Es war tatsächlich das erste mal, dass wir wirklich zusammen und mit seinen Freunden feiern würden.
Ich jedoch verfiel immer wieder in Heulkrämpfe und fragte mich, wieso ich nicht mehr so glücklich wie noch vor ein paar Tagen war..
Ich redete kurz mit einem guten Freund, der mir riet nicht aus dem Haus zu gehen, da mir 'gerade anscheinend Jemand ins Hirn gekackt habe und ich nur scheiße baue, von der ich weiß, dass sie mich unglücklich machen wird. '
Ich weinte, weil ich wusste, dass er Recht hatte.
Ich rief bei meinem besten Freund an und konnte nicht aufhören zu weinen, es wäre das erste Mal gewesen, dass ich ein Teil seines neuen Lebens gewesen wäre. Er verurteilte mich nicht, hatte er noch nie. Er sorgte sich. Verbot mir rauszugehen. Ich sollte auf mich aufpassen. Zusehen, dass ich wieder glücklich würde.
Wie sollte glücklich werden, wenn ich doch solche Angst davor hatte?


13.6.16 23:44, kommentieren

Vom Unglück des Glücks 1

Ich schrieb davon, dass mein Leben sich geändert hatte.
Ich das Glück, dass mir zuteil wurde oder schlichtweg das Leben an sich genoß.
Nun sitze ich hier und schreibe davon in der Vergangenheit, wieso?

Es begann als ich abends von einer Freundin nach Hause fuhr und auf dem Bahnsteig stehend von einem älteren Mann nach einer Kippe gefragt wurde.
Er stiegt mir mir ein, unterhielt sich mit mir, stieg mit mir aus und fragte mich nach meiner Nummer.. ich hatte ein seltsames Gefühl und doch gab ich sie ihm.
Ich hatte die Angst einfach nur meine alte Einstellung erneut auszuleben.
Meine Vorurteile gegenüber Männern und ihren Intentionen. Ich wollte offen sein, nicht verbittert, denn er hatte mir keinen Anlass dafür gegeben und doch lag ich, als die erste sms ankam, weinend in meinem bett und fragte mich, wieso ich nicht 'nein' gesagt hatte.
Am nächsten Morgen gelang es mir seine weiteren sms zu ignorieren, hinzunehmen, ich freute mich so sehr auf den Karneval der Kulturen zu dem ich gemeinsam mit einer Freundin gehen würde um Federn und Bänder in unsere Haare flechten zu lassen.
Auf dem Weg zu mir überquerte ich eine Kreuzung als es rot wurde. Der Taxifahrer hielt und ich bedankte mich lächelnd. Ich hatte den Gedanken, dass die Welt doch immer noch wie vor ein paar Tagen nur, voller Glück war und ich es nur anzunehmen brauchte. Doch das Taxi hielt und er winkte mich zu sich. Vorsichtig lief ich auf ihn zu und hoffte, er würde mir keine Standpauke halten, denn es war noch grün gewesen, als ich loslief.
Anders als erwartet, wollte er dass ich einsteige. Ich verneinte und war stolz darauf, so dämlich es auch klingen mag. Er jedoch ließ nicht davon ab, mich irgendwie in dieses Auto bekommen zu wollen und wurde immer erboster, fragte 'wieso nicht' und war dabei auszusteigen, als ich antwortete ' weil ich nicht will'.
Ich ging rückwärts und wusste nicht wohin.. ich wohnte viel zu nah und wollte nicht, dass er es wusste. Als er endlich die Wagentür schloss und losraste, konnte ich gehen.
Ich hoffte so sehr, dass der Tag noch besser würde.  Ich zog mich zu Hause um, statt des Tanktops lieber nen dünnen Pullover, egal wie warm es noch war, abends würde es kühler werden, belog ich mich. Am liebsten wäre ich in einer Burka verschwunden. Sobald ich jedoch auf dem Karnveval der Kulturen ankam und die Freundin traf, hob sich meine Laune. Wir besorgten uns Bier und Sekt in einem Kiosk und machten uns auf die Suche nach dem Stand.
Ich weiß nicht, wie viele von euch schon mal auf dem Karneval waren, aber dort einen bestimmten Stand zu finden, ist schier unmöglich.. so liefen wir mit immer weiter steigendem Alkoholpegel durch die Massen, als sie gegen Jemanden stieß, sie began sich zu entschuldigen und bemerkte währenddessen, dass sie ihn kannte. Nun zu viert suchten wir uns ein Stand zum hinsetzen und wurden eingeladen.
Jetzt,  so dachte ich, zeigt mir das Leben wieder wie schön es sein kann...


9.6.16 23:34, kommentieren

Von ner Gitarre, Bier und Fremden Freunden

Ist es seltsam das mir die Worte fehlen, weil ich froh bin und ich nicht ganz verstehe, wie sehr mein Leben sich geändert hat?

Am Abend des Herrentages saß ich mit dem bestimmten Freund und einer Bekannten in einem wunderschönen Park bei einem Bier auf einer Decke und hörte mir ihre Sorgen an, während der besagte Freund abwechselnd Gitarre spielte und Räder schlug und die Sonne immer weiter sank.

Mit Tränen in den Augen erzählte sie, während sie bei mir schon längst flossen. Gemeinsam lachten wir über unsinniges Zeug und fingen Mücken in unseren Händen bevor sie uns stachen.
Gemeinsam philosophierten wir über den Namen Steven und schrien in die anbrechende Nacht.
Tranken von, meiner Meinung nach scheußlich schmeckenden, Racki und fuhren weiter immer der Nase nach und sangen für die Betreiber einer Dönerbude mitten auf dem Rathausplatz bevor es uns weiter zu einem Fluss trieb.

Wir wurden angesprochen, wegen der Gitarre und waren plötzlich zu einer größeren Gruppe angewachsen, die sich nett unterhielt und noch zaghaft Scherze trieb, bis wir anscheinend auf weitere Bekannte trafen.
Plötzlich waren wir so viele auf dem Platz am Fluss, der von Laternen beschienen wurde und unterhielten uns alle wild miteinander.

Wie kann aus einem 'Ja, klar, ich versuche mich loszumachen.' ein Abend werden, der einem immer im Gedächtnis bleiben wird?

Ich beginne das Leben zu genießen!

8.5.16 22:23, kommentieren