Von ner Gitarre, Bier und Fremden Freunden

Ist es seltsam das mir die Worte fehlen, weil ich froh bin und ich nicht ganz verstehe, wie sehr mein Leben sich geändert hat?

Am Abend des Herrentages saß ich mit dem bestimmten Freund und einer Bekannten in einem wunderschönen Park bei einem Bier auf einer Decke und hörte mir ihre Sorgen an, während der besagte Freund abwechselnd Gitarre spielte und Räder schlug und die Sonne immer weiter sank.

Mit Tränen in den Augen erzählte sie, während sie bei mir schon längst flossen. Gemeinsam lachten wir über unsinniges Zeug und fingen Mücken in unseren Händen bevor sie uns stachen.
Gemeinsam philosophierten wir über den Namen Steven und schrien in die anbrechende Nacht.
Tranken von, meiner Meinung nach scheußlich schmeckenden, Racki und fuhren weiter immer der Nase nach und sangen für die Betreiber einer Dönerbude mitten auf dem Rathausplatz bevor es uns weiter zu einem Fluss trieb.

Wir wurden angesprochen, wegen der Gitarre und waren plötzlich zu einer größeren Gruppe angewachsen, die sich nett unterhielt und noch zaghaft Scherze trieb, bis wir anscheinend auf weitere Bekannte trafen.
Plötzlich waren wir so viele auf dem Platz am Fluss, der von Laternen beschienen wurde und unterhielten uns alle wild miteinander.

Wie kann aus einem 'Ja, klar, ich versuche mich loszumachen.' ein Abend werden, der einem immer im Gedächtnis bleiben wird?

Ich beginne das Leben zu genießen!

8.5.16 22:23, kommentieren

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Von Schlaflosigkeit, Missbrauch & Sex

Die Intention meines Blogs war es zu ordnen, zu reflektieren um mich selbst besser zu verstehen und deshalb rechne ich nicht damit, dass ihr es tn werdet und dennoch hoffe ich es. Vielleicht gibt es irgendwo hier Jemanden, dem es genauso ergangen ist, der mich versteht und sich danach sehnt verstanden zu werden.

Seit mehreren Jahren leide ich an einer Schlafstörung, ich denke jedem ist es bekannt, dass man stundenlang im Bett liegt und sich die Gedanken um das immer gleiche wiederkehrende Thema drehen, so ist es auch bei mir.

Ich denke zurück an die Zeit in der mein Stiefvater mich sexuell belästigte und ein sehr guter Freund von mir beschloss mich unter k.o.- Tropfen zu setzen und den Versuch unternahm mich zu vergewaltigen.

Ich spreche von Belästigung und Versuch. Mein leben besteht aus Fast- Momenten, in denen mir hätte etwas Schlimmes passieren können, aber doch nicht geschah. Ich weiß, dass viele denken werden : 'Ach, ist doch schön, hast halt Glück im Leben.. '
Ich weiß einerseits auch, dass es die richtige Einstellung dazu wäre, die mit der ich vielleicht wieder Schlafen könnte, dennoch denke ich andererseits daran zurück, dass ich trotz allem litt. Die Frage, ob es schlimmer ist nächtelang darauf zu warten bis der Vater wieder vor seinem Bett und ob er es diesmal endlich tun würdem damit einfach diese Ungewissheit aufhört, damit man der Mutter sagen kann:' Jetzt, jetzt war es soweit, er hat mich missbraucht, du hast gesagt, wenn er es tut schickst du ihn weg, bitte beende es.' oder ob es schlimmer ist wirklich von seinem Vater missbraucht zu werden, ist für euch leicht zu beantworten. Ich habe es an den Reaktionen derer, denen ich es erzählte gesehen, gehört. Ich soll kein Drama drauß machen, ich hatte doch Glück.
Ich habe mit einem Messer unter meinem Kissen geschlafen, als er es mir abnahm, habe ich gar nicht mehr geschlafen. Ich habe nie erfahren, was es bedeutet ein zu Hause zu haben, weil ich über all und nirgendwo schlief. Meine Mutter schlug mich, schrie mich an, ich solle nicht lügen.
All das habe ich Erfahren, obgleich kein Penis in mir steckte.
Aber es ist nichts wert, denn es ist ja nur fast etwas passiert, nicht wahr?

Für mich nicht. Ich weiß heute was es in mir ausgelöst hat und ich will nicht mehr das Gefühl haben mich dafür entschuldigen zu müssen, dass ich es geschafft habe in diesen Situationen auf mich aufzupassen. Ich will kein Mitleid, ich will, dass irgendwer versteht, dass auch das einen leiden lassen kann.

Genauso litt ich unter dem Versuch de Vergewaltigung. Jeden Abend frage ich mich, wie ich mich so hatte täuschen lassen können. Ich hatte auf meine Menschenkenntnis vertraut und versagt.

Bis heute ist Sex ein heikles Thema für mich. Natürlich ist es insgesamt für viele ein spezielleres Thema, dass nicht ganz so offen und direkt behandelt wird, obgleich man Andeutungen, Witze und Scherze machen kann.
Allerdings kann ich offen über alles reden, solange es nicht darum geht, wieso ich nicht unten liegen kann, wieso ich meinen Blick stets abwende und wieso er so betrübt wirkt, wieso ich nach dem Sex gleich aus dem Bett springe..

Um ehrlich zu sein, habe ich es noch nie genossen mit Jemanden zu schlafen. Ich wollte es oftmals und es war auch irgendwo schön, aber bei Beginn der ersten intimen Berührung spannt sich mein gesamter Körper an, ich spüre kaum etwas außer dem Gefühl von Angst, dass sich irgendwann zur Panik ausbreitet und dem Impuls das Weite zu suchen, die Person nie wiederzusehen. Nicht weil man die Person dafür hasst, sondern vielmehr weil man weiß, dass man mit ihr Sex haben will, es aber nicht kann.
Wenn meine Lust plötzlich in Angst umschlägt und ich alles dafür tue, dass er kommt, bevor ich in Panik verfalle, statt irgendetwas zu genießen.

Ich weiß, durch drei Male, dass es wundervoll sein kann, dass ich das auch erleben möchte.

Seit Kurzem bin ich in einer Freundschaft + Beziehung. Ich weiß nicht wirklich, wie ich da hineingeraten bin und dennoch bin ich froh darüber.
Vor allem und das ist das Abstruse daran fühle ich mich zum ersten Mal so gut aufgehoben, wertgeschätzt und gut behandelt, wie es in einer meiner Beziehungen hätte sein sollen.
Als wir heute miteinander schliefen und er sich auf mich legte, sah ich ihm in die Augen und sah zum ersten Mal nicht L's Gesicht. Ich vergaß, dass ich normalerweise panisch wurde und fand es einfach wahnsinnig schön.
Als er mich festhielt, wollte ich mich nicht befreien, ich drückte mich noch fester an ihn.
Der Gedanke es hinter sich bringen zu müssen, blitzte nur für Sekunden durch meinen Kopf und wurde durch den, nie wieder aufhören zu wollen ersetzt.
Selbst danach bei ihm zu liegen, sich streicheln zu lassen war in Ordnung.
Die Anspannung kehrte zwar zurück, doch übermahnte mich nicht.

Ich begreife es nicht. Wieso vertraue ich ihm mehr als meinen bisherigen Beziehungspartnern? Wieso kann ich mich bei ihm, mehr als bei allen andern fallen lassen und kann ich mir diesmal bei dieser Entscheidung, die ich traf und treffe vertrauen?


Ich habe nicht daran geglaubt, dass die Bilder meinen Stiefvaters und meines guten Freundes mich jemals beim Sex verlassen würden.
Bedeutet es, dass ich es langsam verarbeitet habe? Dass ich bald schlafen kann ohne die beiden als meine letzten Gedanken?
Das acht Jahre endlich genug sind?


eure Kim


1 Kommentar 1.5.16 22:55, kommentieren

Please don't cut

'[...] That razor blade has become your closest companion. It relieves all the pain you want to abandon [...] - MikelWJ

Beim Aufwachen noch, glaubte ich den Tag irgendwie schon zu überwinden, vielleicht wird er besser als ich es selbst glaube.
Dann aber fällt ein Spruch, ein Satz.. zuerst bemerkte es nicht, dann schleichen sich aber all diese verdrängten Gefühle und Gedanken zurück, all die Sehnsüchtige, die mich so lange noch erfüllten, nachdem er gegangen war.
Diese gedanken verpackten mich in eine undurchdringebare Schicht aus Watte und ließen mich wie betäubt durch all die Stimmen wirren, die ich nicht verstehen konnte.
Die ersten Klausuren stehen an und doch werden wir mit Aufgaben überschüttet, ich schlafe kaum und fühle mich all dem kaum gewachsen.

Ich will vorwärts gehen, aber ich sehne mich nach der Vergangenheit. Egal wie scheiße es mir ging, war alles für den Moment besser.
All der Druck, die Gedanken, Gefühle, sie flossen in dunklem Rot einfach aus mir, tropften auf den Boden und erlösten mich, während die Schmerzen mich ausfüllten, mich in die Realität zurückholten.
Alles war gut für diesen Moment.

Ich fühle mich gefangen, in dieser Welt aus Druck, Erwartungen, Foderungen und Vergangenheit. Ich will ausbrechen, aber wie, wenn nicht so?

15.2.16 22:14, kommentieren

Veränderungen

Wie oft schrieb ich von einem Neuanfang den ich mir wünschte und wie verzweifelt war ich, als ich feststellte, dass es so etwas wie einen Neuanfang nicht gab?

Gestern als ich hier vor dem Computer saß und versuchte meine Schreibblockade zu überwinden, ließ ich meinen Blick durch mein Zimmer streifen.
Die Wände weiß und nicht mehr grün. All meine Möbel neu.
Die Fotos, die ich schon sooft hatte ausdrucken und an meine Wand bringen wollte, klebten endlich an dieser.
Irgendwie stieg dieses Kribbeln in mir auf, dass normalerweise eine Panikattacke anzeigte, doch es erfüllte mich nur.
Vorsichtshalber blickte ich in den Spiegel um mir in die Augen zu sehen, mir zu sagen, dass alles wieder gut würde, nur vorsichtshalber, doch soweit kam es nicht.
ich weiß wie seltsam sich das anhört, aber es war als sähe ich mich nach langer Zeit zum ersten Mal. Lange überlegte ich, ob es an meinem Haarschnitt lag, aber das war es nich. Irgendwie sah ich insgesamt einfach anders aus, als ich dachte ich würde aussehen.

Ich saß also als Fremde in einem Raum, der zwar irgendwie Dinge enthielt, die ich erkannte, aber diesen nicht selbst als solchen..



28.1.16 00:02, kommentieren

Drama

.. warum ist mein Leben so voll davon?
Ich habe das Fach darstellendes Spiel wirklich sehr gemocht, allein unsere Lehrerin, eine kleine pumlige Frau mit einem der herzlichsten Gesichter, die ich jemals gesehen habe, war es allein schon wert an dem Unterricht teilzunehmen.
Sie war so wunderbar exzentrisch und liebenswürdig, wir schliefen alle bei den Traumreisen, die wir leider viel zu selten unternahmen ein. Ich mochte es auch sehr meine theathralische Seite dort hinauszulassen, laut zu sein, übertreiben zu dürfen bis ins unermäßliche. Ich glaubte immer, dass das ein Stück Freiheit wäre.

Allerdings fand ich schon früher Dramen unausstehlich.. es gibt so unrealistische und vor allen blödsinnig oder vollkommen unsinnige Situationen, die niemals in der Wirklichkeit passieren würden und die Menschen reagieren so dämlich.. nie können sie sagen was los ist, erstmal muss quasie die halbe Welt untergehen oder sie müssen halb tot gewesen zu sein, um endlich mal den Mund aufzumachen. Vor allem Liebesdramen sind wirklich so überdramatisiert, dass ich mir das noch nie freiwillig und länger als 10 Minuten ansehen konnte.

Japp, seit geraumer Zeit habe ich jedoch das gefühl inmitten eines solchen Dramas zu stecken oder vielleicht auch in einer schlechten Seifen-Oper..

Da beschließe ich mein Leben für mich auf die Reihe zu kriegen und mich für einige Zeit nicht mit dem Thema Liebe und Beziehungen zu befassen und stelle fest ist es so gut wie unmöglich..
Ich gehe gemeinsam mit meinem Ex auf eine Schule, meinen vorletzten Ex-Freund nenne ich einen sehr guten Freund..
in der Bar, in der ich mit zwei Freundinnen einen Mädelsabend verbringe, lerne ich einen sehr interessanten Mann kennen, der mich aber beständig versetzt.
also versuche ich mich bewusst mit dem Thema auseinander zu setzen.
Gehe mein bisherigen Beziehungen durch und stelle fest, dass nicht mein erster Ex, das Arschloch war, sondern ich..
Dann tippel ich zwei Tage hineinander auf Arbeit und bemerke dass der Typ auf dem ich fast zwei Jahre stand dort arbeit und das wirklich unrealistischste daran, wir haben gemeinsam Schicht und er erinnert sich an mich, obwohl wir niemals miteinander geredet hatten..

Seid ehrlich, dass ist nicht die Realität, das gehört in irgendeine Soap, aber nicht in mein Leben.
Ich habe keine Lust auf solche Dramen.

26.1.16 20:07, kommentieren

Aufarbeitung

Gerade überlege ich, ob ich all meine Gedanken hier niederschreiben oder Radfahren soll.. Ich habe lange nicht mehr einen solch langen Beitrag verfasst wie dieser hier wahrscheinlich werden wird.

Mein Freund machte am 10. Dez. mit mir Schluss, wir waren nicht lange zusammen und dennoch machte es mich ziemlich fertig.
Als ich mich fragte warum, began ich Unterschiede in meinen verschiedenen Beziehungen zu suchen und die größte war, dass ich es wirklich zuließ etwas zu fühlen.

In letzter Zeit schlafe ich ziemlich beschissen. Ich brauche ewig zum Einschlafen und wache nachts dauernd schweißgebadet auf. Es ist als habe das Dach ein Loch und es hätte unerbitterlich hineingeregnet.
Meine Träume könnten von den Machern von Saw sein. Jede Nacht wird auf wirklich widerlichste Weise Jemand anderer zerschnitten, aufgerissen, der mir am Herzen liegt. Ich stehe jedes Mal in ihrer Nähe. Sie weinen und flehen mich um Hilfe an, strecken ihre Arme nach mir aus. Es fehlt nur eine Handbreit und doch kann ich ihnen nicht helfen, kann mich nicht rühren. Ich will ihnen Mut zusprechen, irgendwie für sie da sein, aber ich kann meine Lippen nicht spüren, bewegen. Manchmal beginnen sie vor Angst zu weinen und fragen mich wieso ich nichts tue, doch ich kann nicht antworten. Ich möchte weinen, aber auch das ist nicht möglich.
Ich vermag es nicht einmal zu schreien, wenn mir das Blut entgegenspritzt.
Es riecht so süßlich, dass mir schlecht wird. ich spüre wie es warm an meiner Wange hinunterläuft. Sehe wie ihre ausgestreckten Arme verkrampfen um dann zu erschlaffen. Sie sterben und ich stehe nur daneben, als sei ich ein emotionsloses Wesen.

im Prinzip habe ich das Gefühl seit Tagen nicht mehr geschlafen zu haben. Bin furchtbar müde und gleichzeitig überdreht. Kann mich nicht konzentrieren und glaube nicht mehr ich selbst zu sein, als beobachte ich mich von Außen. Ich rede und handle ohne zu denken.

Ein guter Freund gab mir den Rat nach innen zu horchen und zuzuhören, was mich beschäftigt und das habe ich heute.
Ich las den kompletten Chatverlauf von mir und meinem ersten Ex, Kashi.
Mir fiel schon beim überfliegen auf, dass ich vieles anders in Erinnerung hatte und beim genauen lesen, konnte ich kaum glauben, was ich geschrieben hatte. Wie hatte ich nur so eiskalt sein können, so selbstsüchtig, so fies.
Ich hatte ihn verletzt und was mich am meisten stört, ich wusste, dass ich ihn damit verletzten würde.
Er war ein emotionaler Krüppel, ja, war ich auch, allerdings hat er sich verdammt viel Mühe gegeben sich selbst zurück zu nehmen nur um mir den Freiraum zu lassen den ich verlangte und ich heischte, nachdem ich ihn verlassen hatte, nach Aufmerksamkeit, Mitleid und Fürsorge, während ich ihn runtermachte. Ich lachte und heulte gleichzeitig, ich konnte wirklich nicht glauben, dass ich das geschrieben hatte. Ich bin auch grad noch entsetzt.

Er versprach mir damals, meinen Blog nicht mehr zu lesen und die Sache ist jetzt vier Jahre her, allerdings wünschte ich, er würde es noch tun.
Ich würde gerne mit ihm reden, ich weiß nicht genau worüber und doch will ich mich bei ihm entschuldigen. Er war manchmal scheiße zu mir ohne Frage, aber so viel Gefühlskälte hat er nicht verdient gehabt.
Ich würde ihn gerne anschreiben, aber nach so langer Zeit, alte Wunden aufzureißen? Nur um mich zu entschuldigen? Ich wüsste nicht, ob das fair oder unfair wäre.

Für den unwahrscheinlichen Fall Kashi, dass du zum Trotz deines Versprechens, nach vier Jahren über meinen Blog stolpern solltest, möchte ich dir folgendes sagen:
' Ich hab immer noch keinen blassen Schimmer, was ich dir genau sagen will, aber diese Eigenschaft dürftest du ja noch kennen. Ich habe dich damals kennengelernt, da waren wir in der ersten Klasse und alle Lehrer konnten nicht begreifen, wieso du keine Lücken zwischen den Wörtern ließt. Wie wir dich auslachten und ich weiß noch wie du mir mit Kevin hinterher ranntest. Wie du mich verprügeltest. Wie Kevin später ins Dornengebüsch fiel und wie glücklich ich war, als du unsere Schule verlassen hattest.
Es war so seltsam dich Jahre später in der selben Klasse zu finden in der auch meine beste Freundin war. Wir uns sofort gut verstanden, auch wenn ich es dir insgeheim noch wochenlang nachtrug, dass du mich damals geschlagen hattest. Wir drei wurden so gute Freunde. Weißt du noch, als wir uns mit Stöckern bekriegten auf ihrer Gartenfeier? Als wären wir wieder Erstklässler?
Wie wir gemeinsam Horrorfilme sahen und ich sie in irgendeinen nicht-existenten Dialekt wiederholte, damit du dich nicht ängstigtest?
Glaube mir, heute könnte ich das nicht mehr. Ich bin so mega sensibel geworden, ich kann's nicht mehr ertragen. Damals war ich so eingeschlossen in mich selbst, dass mich nichts berührte.
Nur du brachst durch das Eis und konntest mich aus dem Herzen lachen lassen.
Du warst mein bester Freund.
Als du mir eines nachts schriebst, du müsstest den Kontakt abbrechen, konnte ich es nicht wahrhaben, ich wollte dich um keinen Preis der Welt verlieren und als ich den Grund erfuhr, dass du Abstand haben wolltest, weil du glaubtest Gefühle für mich entwickelt zu haben.. fing ich an dich zu belügen. Mich zu belügen. Ich sagte, ich wäre auch in dich verliebt, es war kindisch und absolut egoistisch, dass weiß ich. Aber ich redete mir ein, es wäre so und ich konnte es eine zeitlang auch glauben. Ich wollte glauben, dass alles perfekt war. Dennoch war ich wütend auf dich, weil sich unsere Beziehung druch die verändert hatte, ich hasste mich unterbewusst dafür, dass ich dich und mich anlog.
Einerseits wollte ich diese Nähe zu dir, um genauso wie du, nicht allein zu sein. Jemanden als Stütze zu haben. Um geliebt zu werden.
Aber wie können zwei Säulen, die dabei sind zu Staub zu zerfallen, einander halten?
Ich fühlte mich emotional unter Druck gesetzt, einmal schriebst du 'Ich lebe nur für dich' und als ich hier von meinen Suizidgedanken schrieb, erzähltest du, du würdest mitkommen wollen. Wobei ich hierbei dich unter emotionalen Druck setzte, du musstest jedes Mal befürchten, wenn du etwas 'Falsches' sagtest, dass ich mir das Leben nehmen würde.
Ich wollte, dass du mich hälst, aber zum einen konntest du das nicht und zum anderne brauchtest du Halt, dir ging es auch nicht gut, aber das wollte ich damals nicht wahrhaben. Ich dachte mir ginge es am schlechtesten. Mir ginge es wirklich schlecht und du wolltest nur Mitleid.
Und ja, bestimmt wolltest du Mitleid und Aufmerksamkeit, aber keiner von uns beiden war besser oder schlechter dran als der andere.

Ich möchte dir danken Kashi, als es damals um das Thema Sex ging, weil irgendwie jeder in unserem Freundeskreis davon anfing, wie pubertierende Teenies damals nun so waren, hast du dich keinen Deut unter Druck setzten lassen. Vor allem aber hast du mich in diesem Punkt kein bisschen unter Druck gesetzt. Du wirktest beinahe desinteresiert und ehrlich, als du meintest, ich habe so viel Zeit und Raum, wie ich dafür brauche. Ich erinner mich nicht einmal, dass du jemals versucht hast weiterzugehen, sondern dass ich dich zum ersten Mal geküsst, dich berührt hab.
Um ehrlich zu sein, hatte ich sowas danach mit niemanden jemals wieder.

Ich möchte auch dass du weißt, dass es oft Situationen gab, in denen ich mich nicht ernstgenommen fühlte, du mich auch nicht ernst nahmst, nicht auf mich eingingst, ich weiß, dass du überfordert warst. Ich war es auch.

Es war gut, dass wir uns trennten, doch manchmal wünschte ich mir, dass wir niemals zusammengekommen wären, einfach weil wir vielleicht tatsächlich schon in einer WG mit tausenden von Coktailkissen und eigenem Super- Internet Anschluss und dutzenden Animesendern wohnen würden.
Wir noch beste Freunde wären.

Ich möchte nichts in meinem Leben bereuen und auch das bereue ich nicht, ich wünschte es mir nur anders.
Es gibt so vieles, was mir leid tut Kashi. Wir haben uns beide oft verletzt und enttäuscht, aber in den letzten Gesprächen, war es meinerseits mit voller Absicht und ich habe mich niemals dafür entschuldigt. Ich weiß, dass all meine Gedanken von damals eine Berechtigung haben und muss damit leben, wie ich damals war, aber es heißt nicht, dass ich es heute gutheiße.
Wahrscheinlich bringt dir das 'es tut mir leid' heute auch nichts mehr.. allerdings wünsche ich mir, dass du das hier wirklich lesen würdest.
Ich wünschte ich hätte den Mut, dass hier an dich zu schicken.
Ich wünschte es ginge dir gut. '




20.1.16 21:27, kommentieren

Der Hauch einer Ahnung

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wie es gestern wirklich passierte, bei meinen Chats war ich soweit hinunter gescrollt, dass ich Nachrichten las, die ich nun vor drei oder vier Jahren versand oder erhalten hatte.
Bei manchen fragte ich mich für mehrere Minuten, wieso es die letzte Nachricht gewesen war.

Ich: 'Hab da och lub, meene Kleene'
Sie: 'Neeeee, hab da mehr lub! <3 (und du bist die KLEENE von uns beiden)'
Ich: 'Gaaaaar nicht!!!'

Irgendwann stieß ich dann auch auf den Chat meines ersten Freundes und mir und als ich durchscrollte, konnte ich nicht begreifen, dass ich die Sprechblasen auf der rechten Seite die meinen waren.
Verstand nicht was ich weshalb geschrieben hatte. Ich scrollte immer höher um den Anfang des Gespräches zu finden, übflog dabei den Inhalt in verkehrter Reihenfolge und war verwirrt, in meiner Erinnerung, war so vieles anders gewesen.
Ich musste alsbald los und hatte keine weitere Chance mehr, von Beginn an zu lesen, aber den Hauch einer Ahnung habe ich nun, dass dort etwas gewaltig in meinem Erleben schiefgelaufen ist, nur warum und was genau?

17.1.16 14:08, kommentieren