Von Erinnerunge und dem Neuanfang

Das neue Jahr hat begonnen, doch was hat sich geändert?

Das Leben ist nicht plötzlich bunter. Die Sonne nicht strahlender. Die Ziele nicht leichter zu erreichen, als im Letzten.
Und doch sprechen alle von einem Neuanfang.

Obwohl ich nicht glaube, dass es soetwas wie einen Neuanfang gibt, habe ich mir Vorsätze für dieses Jahr genommen.
Es sind einfache, vielleicht erscheinen sie euch lächerlich..
Ich möchte lernen auf mich aufzupassen. Regelmäßig zu essen und zu schlafen und meinen Körper vor Berührungen zu schützen, die ich nicht zulassen möchte.

Ich denke auch, dass diese Vorsätze nicht besonders.. hochtrabend sind.
Ich weiß, dass ich damit nicht annährend wieder gut machen kann, was ich mir antat.

Ich werde den Augenblick niemals vergessen, als ich mir durch meine Haare fuhr und sie srähnenweise zu Boden segeln sah, wie rötlich glänzten. Nur weil ich zuließ, dass ich für meine Altergruppe unerprobte Medikamente schluckte.
Niemals den bitteren und brennenden Geschmack des Acetons aus dem Nagellackentferner, weil.., wie soll ich es anders sagen, als weil ich dumm war?
Niemals das Gefühl in einer Gruppe von Freunden und dem Freund zu stehen in einer Diskussion um das Thema Intimbehaarung, die diese eindeutig als widerwertig abtat. Seinen Blick, der verriet, dass er auf ihrer Seite stand und den, den er mir zwei Tage später zeigte, als er sah weshalb ich nichts gesagt hatte. Die spinnenwebenzarten Linien mischen sich unter dicke, wulstige rosafarbenen Narben. Entsetzen stellte sich Ekel gegenüber. Ich dachte dort würde niemand sie sehen.. Das meine Brüste heute schlaff sind und von Dehnungsstreifen überzogen sind, weil ich mich wochenlang, monatelang aushungerte und vollfraß..

Ich glaubte immer an einen Schlussstrich, einen Neuanfang, bis ich am 31.12.15 nach dem Duschen meinen nackten Körper im Spiegel betrachtete.
Das zerstörte Gewebe meiner Brüste wird nicht magisch wieder erneuert, meine Narben sind blasser, doch verschwinden werden sie nicht. Meine Haare sind nachgewachsen, gleichen jedoch eher Stroh und ein selbstgeschmiertes Pausenbrot und regelmäßiger Schlaf sind keine Wiedergutmachung für jahrelange Selbstzerstörung.
Einen Neuanfang gibt es nicht, es geht immer weiter.
Die Frage ist nur in welche Richtung?

eure Kim

11.1.16 22:51

Letzte Einträge: Von Erinnerungen und Sammlungen, Vom Verlieren und Loslassen, Angst vor der Außenwelt

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