Vom Unglück des Glücks 1

Ich schrieb davon, dass mein Leben sich geändert hatte.
Ich das Glück, dass mir zuteil wurde oder schlichtweg das Leben an sich genoß.
Nun sitze ich hier und schreibe davon in der Vergangenheit, wieso?

Es begann als ich abends von einer Freundin nach Hause fuhr und auf dem Bahnsteig stehend von einem älteren Mann nach einer Kippe gefragt wurde.
Er stiegt mir mir ein, unterhielt sich mit mir, stieg mit mir aus und fragte mich nach meiner Nummer.. ich hatte ein seltsames Gefühl und doch gab ich sie ihm.
Ich hatte die Angst einfach nur meine alte Einstellung erneut auszuleben.
Meine Vorurteile gegenüber Männern und ihren Intentionen. Ich wollte offen sein, nicht verbittert, denn er hatte mir keinen Anlass dafür gegeben und doch lag ich, als die erste sms ankam, weinend in meinem bett und fragte mich, wieso ich nicht 'nein' gesagt hatte.
Am nächsten Morgen gelang es mir seine weiteren sms zu ignorieren, hinzunehmen, ich freute mich so sehr auf den Karneval der Kulturen zu dem ich gemeinsam mit einer Freundin gehen würde um Federn und Bänder in unsere Haare flechten zu lassen.
Auf dem Weg zu mir überquerte ich eine Kreuzung als es rot wurde. Der Taxifahrer hielt und ich bedankte mich lächelnd. Ich hatte den Gedanken, dass die Welt doch immer noch wie vor ein paar Tagen nur, voller Glück war und ich es nur anzunehmen brauchte. Doch das Taxi hielt und er winkte mich zu sich. Vorsichtig lief ich auf ihn zu und hoffte, er würde mir keine Standpauke halten, denn es war noch grün gewesen, als ich loslief.
Anders als erwartet, wollte er dass ich einsteige. Ich verneinte und war stolz darauf, so dämlich es auch klingen mag. Er jedoch ließ nicht davon ab, mich irgendwie in dieses Auto bekommen zu wollen und wurde immer erboster, fragte 'wieso nicht' und war dabei auszusteigen, als ich antwortete ' weil ich nicht will'.
Ich ging rückwärts und wusste nicht wohin.. ich wohnte viel zu nah und wollte nicht, dass er es wusste. Als er endlich die Wagentür schloss und losraste, konnte ich gehen.
Ich hoffte so sehr, dass der Tag noch besser würde.  Ich zog mich zu Hause um, statt des Tanktops lieber nen dünnen Pullover, egal wie warm es noch war, abends würde es kühler werden, belog ich mich. Am liebsten wäre ich in einer Burka verschwunden. Sobald ich jedoch auf dem Karnveval der Kulturen ankam und die Freundin traf, hob sich meine Laune. Wir besorgten uns Bier und Sekt in einem Kiosk und machten uns auf die Suche nach dem Stand.
Ich weiß nicht, wie viele von euch schon mal auf dem Karneval waren, aber dort einen bestimmten Stand zu finden, ist schier unmöglich.. so liefen wir mit immer weiter steigendem Alkoholpegel durch die Massen, als sie gegen Jemanden stieß, sie began sich zu entschuldigen und bemerkte währenddessen, dass sie ihn kannte. Nun zu viert suchten wir uns ein Stand zum hinsetzen und wurden eingeladen.
Jetzt,  so dachte ich, zeigt mir das Leben wieder wie schön es sein kann...


9.6.16 23:34

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