Von Spielplätzen, Romeo und Anime

Es ist, so denke ich, mal wieder an der Zeit etwas von mir hören zu lassen.
Viel ist geschehen in der Zeit in der ich nicht schrieb und doch möchte ich diesen Abend mit euch teilen.

Ein kleines Grüppchen traf sich, wie jede Woche, am Spielplatz um gemeinsam Musik zu hören, zu trinken, zu reden, einfach um zusammen Zeit zu verbringen.
Den gesamten Tag hatte ich gute Laune gehabt und mit den ersten Takten began ich genauso wie die anderen in den aufsteigenden Abendhimmel zu tanzen. Wir lachten, tanzten miteinander und für uns allein in großen Kreisen.
Bis meine Stimmung begann zu wirbeln, zu wanken und dann vollständig hinab schwand. Ich setze mich um nur wenig später in einer Umarmung wiederzufinden. 'Was ist los?' fragte, die mir vertraute Stimme sachte. 'Einfach ein kleines Tief.' antworte ich, als auch schon die nächsten Arme um mich legte. 'Na, was los?' fragte eine weitere Stimme. ' Kleines Tief. ' antwortete die andere für mich. Ich wurde gekitzelt und entzog mich. Kletterte das Klettergerüst hoch, legte mich auf die quadratische Fläche und spürte den leichten Regen auf meiner erhitzten Haut.
'Oh Julia!' ertönte es hinter mir, wieder die vertraute Stimme mit einer noch beinahe Fremden.. es folgte der vollständige Text Romeos, der meine Kinnlade hinunterklappten ließ.
Wir endeten in einem bizarren durcheinander von vier Personen, viel zu vielen Armen und Beinen, Gesprächen und einem meinerseits halbherzigen Lachen..
Wir kletterten hinab und zerstreuten uns unter den anderen.
Wieso war ich nicht mehr so froh, wie vorhin und wieso bedrückten mich die letzten Minuten mehr, als die vorigen, wo ich noch allein auf der Bank gesessen hatte?
'Hey.. irgendwie reden wir nie in der Schule.' ertönte es rechts von mir.
'Ja, da hast du irgendwie recht..'
'Du schaust doch Anime, kennst du schon Angel Beats?' er hatte mich.
Ich entbrannte in bereits in wilden Emotionen und began leidenschaftlich zu reden und zuzuhören. Wir beganen zu reden und hörten einfach nicht mehr auf, sprangen von einem zum anderen Thema und endeten abseits der Gruppe halb im Sand sitzend mit einer Flasche Feigling, die wir uns gegenseitig reichten und lachten uns die Seele aus dem Leib, weil ich etwas witziges gesagt hatte, lachte er so ehrlich und so witzig, dass auch ich nicht aufhören konnte.
Alle sammelten sich um uns, wollten die Erfahrung teilen, doch es wurde unsere, keiner von uns brachte mehr als ein Wort heraus ohne den Rest in einem weiteren Lachschwall zu ersticken, so dass wir wieder für uns saßen und lachten.
Ich war wieder froh, mehr noch, ich war glücklich.
Wieso vermochte er mich aufzumuntern, aber kein anderer, fragte ich mich später. Er war der einzige, der mich mit seinen Worten, statt mit seinen Händen berührte, dem es daran lag mit mir zu sprechen, mich zu unterhalten, statt mir zu helfen.. und es eben dadurch tat.


6.10.16 21:27

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