Vom Verlieren und Loslassen

Oftmals, wenn ich mich in meiner Umgebung umsah, realisierte ich, wie sehr sie sich innerhalb eines Zeitraumes gewandelt hatte.
Das Möbiliar war weggeworfen und durch anderes ersetzt worden; das Decour darauf eingestaubt in Schubladen oder längst zerbrochen in der Tonne; Die Kleidung nicht mehr weit und blumig, viel zu eng und schwarz oder eine vollkommene Dissonanz der Farben; Die Wand anders gestrichen und obgleich sich alles änderte, hingen die Selben Fotos an ihr, die selben Personen lächelten mich seit Jahren an ohne dass sie noch ein Teil meines Lebens waren.
Die Erinnerungen an sie, waren in Schubladen gesperrt und dennoch erreichten sie mich vor kurzer Zeit.

Verlust oder Loslassen?
Obwohl die daraus resultierende Konsequenz, des 'nicht-mehr-vorhanden-seins', in beiden Fällen dieselbe ist, erlebte ich den Unterschied, bemerkte ihn vielleicht zum ersten mal. Denn obwohl ich die Wandlungen akzeptierte, verabschiedete ich mich nicht, ließ nicht los und versuchte kläglich, die vergangene Wirklichkeit in die Gegenwart zu ziehen.
Mein Blick änderte sich nicht, blieb gen Vergangenheit gerichtet um festzuhalten, was einmal gewesen war und wie viel ich verloren hatte.
Jedoch hatte ich nichts verloren, mein Leben war lediglich im Begriff sich zu wandeln und das Loslassen der Vergangenheit ist der Schritt, der die Stagnation beendet, der mich fortschreiten lässt.
Die Fotos, das Lächeln zerissen und eine weiße Wand hinterlassend, frei für die Gegenwart.

Eure Kim

17.11.16 22:30

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Teufelskralle (17.11.16 23:02)
Fotos, die man von der Wand abnimmt, muss man ja nicht gleich zerreißen, in eine Schublade packen würde auch erst mal reichen. Aber stimmt schon, den meisten Leuten tut ein Tapetenwechsel ganz gut, wenn sie sich nach einem Tief wieder aufrappeln.


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