Ich sitze jetzt hier höre "So perfekt" von Casper und bin leicht melancholisch.

Alles was ich je wollte, war so sein wie die anderen, ich wollte einen Papa, der mich vom Kindergarten abholt, eine Oma die strickend auf dem Sessel sitzt und zauberhaften Kuchen backt, einen Opa der mich verwöhnt, einen Hund der sich freut, wenn ich nach Hause komme, eine Mutter die glücklich ist. Ich habe mich immer bemüht meinem Papa bei uns zu halten, war lieb und habe alles gemacht was er wollte, ich habe auch für meine Mutter alles getan, ihr Frühstück gemacht, sie lieb gehabt. Doch es half alles nicht, meine Mutter hatte Depressionen, mein Vater war mit einer anderen zusammen und war, wenn überhaupt nur Sonntags da. Er nahm Drogen (wovon ich früher lediglich wusste, dass es Menschen krank macht und das sie davon Augenringe bekommen) noch heute, wenn ich jemanden rieche, der grade gekifft hat, muss ich sofort an meinen Papa denken, weil er immer so roch, früher als ich noch nicht wusste, dass es der Geruch des Grases war und nicht der meines Vater, habe ich immer gedacht er wäre irgendwo bei mir, wenn es danach roch. Verrückt nicht wahr?- ich merkte es erst, als ich älter war und mit meiner Mutter vom einkaufen kam, ein Mann ging an uns vorüber, es roch ganz intensiv nach meinem Papa und wie immer sah ich mich um, mit der festen Hoffnung ihn doch irgendwo zu sehen, wie er mich beobachtet, weil er wissen wollte wie es mir ging, da sagte sie: "Man, riecht der nach Gras...", ohne zu bemerken, wie verwirrt und verzweifelt ich ab da war.
 Meine Oma, strickte nicht, sondern war schwere Alkoholikerin, deren nüchterne Stunden ich nicht einmal an einer Hand abzählen konnte, das Gehirn hatte schon solch einen Schaden genommen, dass sie auch ohne getrunken zu haben, betrunken wirkte, mein Opa hatte schon einen oder zwei Schlaganfälle und Nervenzusammenbrüche erlebt, hatte schwere Schlafstörungen, weil meine Oma ihn im Schlaf einmal versucht hatte in der Nacht zu erstechen. Bei ihnen verbrachte ich so ziemlich meine gesamte Freizeit, da meine Mutter arbeitete, weil mein Papa, schwarzarbeitete um keinen Unterhalt an mich zu zahlen, er hatte ihr verboten ihn als Vater anzugeben, weshalb sie zu erst kein Geld vom Jugendamt bekam, erst als sie sich später traute, tat sie es doch heute aber weiß ich nicht wie viel von dem Ganzen stimmt, da ich Kontakt mit habe und er keineswegs so ist, wie meine Mutter mich hat glauben machen wollen, er ist offen und erzählte mir von den Drogen, aber alles andere bleibt im Dunkeln.
Meinte Tante war mit meinem angeheirateten Onkel geflohen sobald sie die Chance dazu gehabt hatte, so kannte ich sie kaum. Auch von den beiden hielt meine Mutter mich fern, heute wo ich jeden Sonntag dort bin, erzählt meinte Tante mir oft, wie sehr sie gebettelt hatte um mich sehen zu dürfen und meine Mutter hatte es Ihnen verweigert.
Mein anderer Onkel litt, leidet an dem Borderline-Syndrom, ist Selbstmordgefährdet, hat mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung, Drogenmissbrauch, Schwarzfahrens und Betrug, bis auf das letzte alles vor seinem 20. Lebensjahr und das faszinierendste ist. dass ich der festen Meinung bin, dass er einer der Normalsten in unserer Familie ist, er ist sensibel, ehrlich, wagemutig, liebend, er gibt sich für andere auf und das ist das Problem, sowas wird in unserer Familie nicht geduldet, jeder der das tut, mein Vater, meine Oma, meine Tante und meine beiden Onkel, waren allesamt Idioten und wurden verachtet und ausgegrenzt und sie waren alle so wie ich...
Meine beste Freundin hatte Leukämie und starb daran, als ich 5 Jahre alt war, zur selben Zeit wurde ein besonderes Gesetz gegen Kampfhunde ausgerufen, worauf wir unseren abgeben "mussten", wodurch ich einen weiteren Begleiter, denn ich seit meiner Geburt kannte, für immer verlor.

Im Kindergarten bekam ich das erste Mal zu Ohren, dass ich fett bin und abnehmen sollte... worauf ich für eine Weile nichts mehr essen wollte und auf jegliche Medikamente in der Werbung ansprang, die dafür warben abzunehmen, meine Mutter kaufte verständlicherweise keine.

Mit 7 Jahren zog ich um, der Kontakt zu meinem Papa brach vollkommen ab, obwohl wir näher zu ihm gezogen waren. Ich kam in die Schule, bei mir zu Hause auf dem Hof wurde ich gemobbt, weil ich eine Freundin gefunden hatte, die zuvor mit einer anderen befreundet war... In der Schule war ich still, aber gut, die beste, mein Papa sollte stolz auf mich sein, wenn er wiederkam, denn er hatte versprochen wiederzukommen, beim letzten Mal, auch wenn es schon Wochen her war und er meinen Geburtstag vergessen hatte... Ich hatte keine wirklichen Freunde, ich arbeitete und eine Freundin hatte ich zu Hause, mehr brauchte ich nicht. Mit 8 Jahren hatte ich meinen Vater immer noch nicht gesehen mit 9 ebenfalls nicht. Ich begann mich selbst zu schlagen und zu kneifen, meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen oder etwas gegen meinen Kopf zu schlagen, meine Mutter hatte mir verboten anderen die Schuld an meinen Fehlern zu geben und an ihnen die Wut auszulassen, so tat ich es bei mir. Mit 9 fing jedenfalls das Mobbing in der Schule an und zog sich bis Anfang der 4. in der mich meine beste Freundin vom Hof fallen ließ, wie einen zu schwer gewordenen Stein, so stand ich da nach vier Jahren unter Menschen, die ich nicht oder kaum kannte.
Mein 1. Selbstmordversuch fand statt, versuchte mir die Pulsader auszuschneiden, klappte aber nicht da ich es nicht längs, sondern horizontal versuchte -.-' Es war schwer mich einzufinden, aber ich schaffte es, ein, zwei Freunde zu finden. Natürlich arbeitete ich hart um nach der 4. auf's Gymnasium zu kommen, ich schaffte es nicht, war die beste der Klasse, aber nicht gut genug. Ich verliebte mich und es war scheiße, am Ende beschloss ich, dass es an meinem Gewicht lag, aß immer weniger und weniger, bis ich bei 1,46 35 Kilo wog. Mein Papa meldete sich endlich und wollte, dass ich meine Verwandten kennenlerne, das tat ich auch, sie waren nett, ich hasste meinen Papa, doch als er bei mir war, liebte ich ihn wieder, wie das kleine Mädchen. Zwei Monate dauerte das Spektakel bevor der Kontakt abbrach, ich niemanden mehr erreichte. Ich hasste meinen Vater verleugnete ihn und meine Abstammung. Ich überstand so die 5., 6. Klasse schaffte es mit dem besten Schnitt, 1,6 ,auf ein Gymnasium, es ist kein guter, ich war nicht stolz darauf, weil ich hätte besser sein können. Meiner Mutter ging es gut, aber sie kümmerte sich nicht mehr um den Haushalt, sie hatte einen neuen Freund gefunden, Hans... So kam ich nach Hause, räumte die Wohnung auf, putze sie, machte meine Hausaufgaben ging mit dem Hund raus, wegen dem ich meine Meerschweinchen und mein Kaninchen hatte weggeben müssen und machte meine Hausaufgaben, ich war in der 7. Klasse mein Probehalbjahr, ich bestand es mit einem Schnitt von 1,8. Während meine Mutter mir jeden Tag einredete, ich sei nicht gut genug für ein Gymnasium, ich solle auf eine Haupt- oder Realschule.
Ich aß einem Apfel in der Schule und abends trank ich eine Brühe, dazu noch wenn ich ganz schlimmen Hunger hatte einen Apfel. Dazu viel Sport, ich entdeckte das Singen für mich und Zeichnen, auch das Dichten und Tagebuch schreiben. Danach ging es bergab... ich bekam Depressionen, Selbstmordgedanken überkamen mich Ende der 7. immer häufiger, meine Mutter hatte mich gezwungen zu essen und hatte zugenommen, meine Noten wurden schlechter. In der 8. ging es immer schneller. im Sommer hatte ich 15 Kilo zugenommen, in mehr oder weniger 2 Monaten, dann bekam ich 8. Klasse 2. Halbjahr die schweren Depressionen und mein 1. Burnout, wovon ich noch nichts wusste, dass es das war, ich versuchte es bei vielen Hilfeforen, die mir keine Antwort gaben, bei vielen Kummerkästen vergeblich. Ich dachte immer häufiger an Selbstmord, fing an mich mit Kerzenwachs zu verbrennen und mit der Flamme, verkroch mich, bevor ich mit einem Nervenbruch zu einem Therapeuten gebracht wurde. Ich hatte keine Schmerzen mehr beim Verbrennen, weshalb ich anfing mich zu schneiden. 9. Klasse, der Freund meiner Mutter fängt an Dinge zu tun die mir Angst machen, wenn er betrunken ist. Ich verstehe mich nicht mehr mit meiner Mutter, komme nicht gut in der Schule klar, habe Zwangsneurosen und Ängste entwickelt, Panikattacken dazu. Ich will ausziehen, als Grund erzähle ich nachdem ich in einem Forum ermutigt wurde von Hans' Verhalten, was meine Mutter mir erst nicht glaubt, dann sagt, wenn er mich vergewaltigt hätte, würde sie ihn rausschmeißen, sie ekle sich denn vor ihm, davor bräuchte ich keine Angst haben, ich bekomme den Schlüssel für mein Zimmer, nachdem ich mehrere Nächte nicht schlafen konnte, weil er getrunken und ich solche Panik hatte, er würde wieder in mein Zimmer kommen, dass ich mit einem Messer in der Hand mit dem Rücken vor der Tür saß, fest entschlossen, sollte die Tür sich bewegen, zuzustechen, doch ich tat es nicht, ich hielt nur stand, saß davor und drückte die Tür zu, wenn er kam.
Zu Silvester mein 2. Selbstmordversuch mit Tabletten, der kein richtiger war, weil meine Mutter alles in meinem Tagebuch gelesen hatte, mein Auszug zu einer meiner besten Freundinnen. Nach mehreren Gesprächen mit meiner Therapeutin der Wiedereinzug nach "zu Hause"

Sommerferien, ich komme mit meinem besten Freund zusammen, wir waren tolle beste Freunde gewesen, die Beziehung zu ihm machte mich jedoch psychisch noch kaputter, ich  trennen mich nach einem Monat wieder, vertraue einem guten Kumpel der mit mir Rausgehen und mich Ablenken wollte, ich lernen einen wundervollen, lieben Jungen kennen, doch daraus wird nichts.. denn der Kumpel hatte mir irgendetwas untergemischt und mich hilflos wie ich war zu sich gebracht... und versucht zu vergewaltigen.. es scheiterte daran, dass er Angst hatte, als ich weinte und schrie vor Schmerzen, weil ich total verkrampfte, danach hielt er mich die ganze Nacht lang im Arm und flüsterte mir zu es sein nicht schlimm, wir könnten es ein anderes Mal versuchen... Am nächsten Morgen bis diesen Sommer konnte ich mich nicht daran erinnern, ich hatte es verdrängt meinte meine Therapeutin.
Zwei Tage nach dem Abend kam ich als Noteinlieferung in die Klinik.
15.11. Entlassung aus der Klinik, mit dem Beschluss eine therapeutische WG zu finden, solange soll ich noch zu Hause wohnen. Dann fand ich eine und einen Freund, obwohl ich danach gar nicht gesucht hat und fühlte mich einsam, verlassen und vor allem eingesperrt durch die dort herrschenden Regeln und war immer öfter bei meinem neuen Freund.
Ich zog aus der tWG aus und wieder nach Hause zurück mit meinem Freund lief es nicht gut und er trennte sich von und statt zurück zu fallen in meine Depression hielt ich durch, blieb standhaft, dann begann er mit mir einen Neuanfang und es wurde besser und besser mit der Zeit.
Wir zogen zu meinen Eltern, weil seine meine an Grausamkeit noch um Längen übertrafen und nun, gehen wir durch Höhen und Tiefen, gemeinsam, mit dem Ziel auch gemeinsam bis ans Ende zu gehen.
Was "Ende" dabei bedeutet, ist noch offen, bis ans endgültige Ende unserer Depression, bis ans Ende unserer alleinigen Mittellosigkeit, bis ans Ende der Gemeinsamkeit oder der Liebe oder dem Tod.

Ich will nicht sagen, dass alles gut gelaufen ist, ich will nicht behauptet, dass jetzt alles gut läuft oder dass es in der Zukunft immer gut laufen wird, aber ich habe den Weg aus der Anorexie und der Bulimie geschafft, ich habe Freude am Essen gefunden und habe ein Gefühl für meinen Körper bekommen, ich bin zwar Momentan wieder etwas dünn, aber das liegt nicht daran, dass ich mich darum bemühe, sondern, das mein Körper sich reguliert, denn zuerst war ich zu dünn, dann zu dick und jetzt bin ich dünn, aber nicht mehr krank, ich habe viel Verdrängtes in mein Bewusstsein geholt um es verarbeiten zu können und habe schon so viel verarbeitet. Ich habe meinen mittleren Schulabschluss mit 2,4 bestanden und mache gerade mein Abitur, ich habe gute Noten, auch wenn es noch ab und an hadert und ich ne Klausur verhaue. Ich werde studieren, ich werde mich finden und meinen Weg gehen und hier dokumentiere ich es.