fehlende Erkentniss?

Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.

                - Johann Wolfang von Goethe

 

Es ist Montag, Montag der 17.11.2014, der sich einem ins Gedächtnis brennen wird...

Man steht und ärgert sich gemeinsam mit den Freunden über die Kleinigkeiten des Tages bevor von losgeht.
Man sieht die Straße schaut nach links, man schaut nach rechts, man setzt den Fuß auf, den Rechten.
Plötzlich ein Aufschrei, man dreht sich um, man will das Gesicht sehen, will wissen was passiert ist, ohne zu bemerken, dass es einem Selbst erst passieren wird...
 
Ein erneuter Aufschrei man schreit vor Schreck und Schmerz..doch es wird nichts bringen, man fällt auf den Boden und sieht das Auto über sich.
Man spürt den Schmerz, man schreit, weiß jedoch nicht was, denn man ist benommen.
Alles um einen herum ist so langsam und doch kann man nichts ändern, sich nicht wegziehen, obwohl man weiß, dass das Hinterrad auch noch kommen wird. Man sieht es, ist aber zu keiner Bewegung fähig und das einzige was man abstruser weise denkt ist, dass es doch nicht wahr sein kann, dass das nicht die Realität ist, dass sowas doch nicht einen passieren kann.
Und doch passiert es, das Hinterrad.
Es verharrt auf dem Bein, der Herzschlag steigt ins unermässliche, man spürt nichts, aber mein weiß, dass es dort nicht hingehört, ein Auto darf nicht auf einem stehen!

Man blicke zur Seite, das Auto bewegt sich, eine Frau schiebt es von Vorne über das linke Bein nach hinten Weg.
Es scheint einem als würden alle schreien, doch vielleicht schrie man auch nur selbst.
Man erhascht einen Blick auf die Freundin. Starr vor Schreck steht sie dort und blickt einem mit blanken entsetzen entgegen.
Man bekommt Angst, schaut sie einem nicht sonst immer freundlich an?
Kann sie es nicht wieder tun?
Man riecht etwas süßliches, leicht nach Eisen riecht es, einem wird schlecht.
Man sieht kaum was alles verschwimmt, als man plötzlich Stimmen hört so nah.
Wie der Name ist wird man gefragt, ob man verletzt ist, antwortet man mit ja, fragen sie wo es weh tut. Man will nicht antworten, will nicht genauer wissen wo es weh tut, aber sie geben keine Ruhe, schreie nach einem Krankenwagen.
Jemand weint und entschuldigt sich, streichelt einem sachte den Kopf, legt Jacke und Schal auf einen.
Dann kommen noch mehr, sie legen einem die Jacken auf den Körper und fragen, ob einem kalt ist, diskutieren, ob man mich bewegen darf.
Man will sich nicht bewegen alles schmerzt.
Dann ist da Jemand neben einen und nimmt die Hand, man sieht sie blutet, aber Sie streichelt behutsam drüber, man hebt den Kopf will das Gesicht der Freundin sehen und sieht eine Fremde, die neben einem auf dem kalten Boden hockt und einen anlächelt, man beginnt zu weinen, man versteht nicht was passiert.
Der Alptraum hört doch auf, wenn es am Schlimmsten ist oder? - Nein, er hörte nicht auf.
Nochmals rief die Frau nach einem Krankenwagen und da hörte man erst ihre vertraute Stimme, er sei unterwegs.
Man liegt gefühlte Ewigkeiten auf dem Boden und erfährt Hilfe, Freundlichkeit und Zuwendung und versucht sich zu bedanken, es ist tatsächlich wie in einem Traum, alles so verschwommen.
Endlich der Krankenwagen, die Sanitäter müssen erst einmal die Kleidung, die auf einem liegt, an die umstehenden verteilen.
Sie fragen so viel, aber man kann nicht antworten, es schmerzt und man zittert so sehr.
Die Mutter unerreichbar, dann halt der leibliche Vater, man wird auf eine Trage gepackt, in den Wagen geschoben und erinnert sich, wann man das letzte mal in einem solchen Wagen lag, fuhr er damals auch mit Sirene und Licht?
Man wird untersucht und eigentlich will nur das es aufhört man aufwacht.
Wenn das kein Traum wäre, müsste man doch irgendeine Erkenntnis bekommen, so wie Lebe dein Leben jetzt, du hast eine zweite Chance! Oder irgendso eine Scheiße, aber es kommt nichts.
Man wird panisch, man versteht die Welt nicht mehr. Weißt nicht was passiert und fragt sich wo das Mädchen ist und ob einem nicht weiter über die Hand streicheln kann, man fühlt sich allein und wünscht irgendjemand wäre da.
Man weint und zittert, während man dem Tropf zuschaut und sich fragt, man er seine Wirkung zeigen wird.
Man kommt an. Es ist nicht wie bei Scrubs oder Dr. House. - Natürlich nicht, es ist kein Traum, es ist Realität, die einzige Erkenntnis, die einen trifft, aber man will sie gar nicht, verdrängt sie.
Fragen über Fragen, Ärzte, Schwestern, Polizei, sie alle lächeln.
Sie alle holen einen Stück für Stück in die Realität
Sie sagen, es hätte schlimmer kommen können, ich hätte Glück gehabt...

Man liegt da und versucht es anzunehmen, man hört auf zu weinen und wischt sich über das Gesicht, die Hände sind voller Blut.

24.11.14 10:36

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