Immer noch da

Der Abstand zwischen meinen Einträgen entfernt sich immer mehr, so dass ich heute tatsächlich kaum mehr wusste, wie mein Username lautete.
Er ist beinahe in Vergessenheit geraten und ich möchte nicht behaupten, dass ich meine Vergangengheit vergessen hätte, allerdings erscheint sie mir oftmals so fern, verschwommen, als stammen die Erinnerungen an sie aus einem Film, einem Buch dessen Titel mir als erstes aus meinem Geist entschwanden, nur die prägnantesten Bilder, Wörter oder auch Szenen stehen mir vor meinem inneren Auge. Einzig meine Gefühle sind viel zu empathisch als, dass sie nicht meine wahren Empfindungen aus eigenen Erfahrungen sein können.
Wie immer weiß ich nicht, ob irgendwer hier versteht, was ich zu erklären versuche, jedoch ist es einfach der Unterschied zwischen meinem damaligen und meinem heutigen Leben, der mich verwirrt.
Ich weiß, dass es eins ist, aber es fühlt sich schlichtweg an wie ein Leben, dass ich vor langer Zeit gelebt habe.
Manchmal vergesse ich wirklich, dass der Mann im Nebenzimmer, der sich den Freund meiner Mutter nennt, mich intimer berührte als er es bei ihr tat, dass sie mich aufgrund dieser von mir nie gewollten Aufmerksamkeit verachtet oder das es Zeiten gab in denen ich mehr auf der Straße und meinem Fahrrad lebte als irgendwo sonst.
Doch es bestehen kleine Brücken, die mich nicht vergessen lassen..
Schrammen auf dem Boden, eine Delle in der Decke, eine Narbe an meiner Hand, in meinem Gesicht. Doch vor allem ist es die Sehnsucht, sobald die Sonne beginnt auf oder unterzugehen, bringt sie meinem Körper zum pulsieren, ich zittere und blicke in das Zwielicht. Ich möchte einfach nur hinaus und weit weg, so weit weg, wie ich nur zu gehen vermag, will den Wind auf meiner Haut spüren und die Düfte der Luft einsaugen, niemals stehen bleiben, immer nur weiter und weiter, bis mein Herz stillsteht.
Ich weiß nicht, ob ich die einzige bin, aber ich verstehe Forrest Gump, der läuft und läuft egal welche Grenze ihm begegnet, egal wie viele Schuhe er zerläuft, wie viele Menschen ihm folgen, ich will einfach nur laufen und wenn ich diesen Gedanken nachhänge beginnt mein gesamter Körper unkontrolliert an zu zittern, mein Herz donnert und ich glaube sofort losrennen zu müssen, um nicht zu explodieren oder zu implodieren oder mich einfach ins Nichts aufzulösen.. doch ich mache mir bewusst, dass es viel zu spät ist, dass es nichts mehr gibt wovor ich fliehen muss, auch wenn dies schon lange nicht mehr mein Zuhause ist, so ist es ebenfalls schon so lange nicht mehr die Hölle auf Erden.

Also was soll ich sagen, außer ich bin immer noch da und ich habe allen Grund um glücklich zu sein

 

eure Kim

31.10.17 01:31

Letzte Einträge: Von Erinnerungen und Sammlungen, Vom Verlieren und Loslassen

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